Viele kirchliche und soziale Einrichtungen müssen immer mehr Aufgaben bewältigen, während Ressourcen gleichzeitig knapper werden. Hier kann KI helfen – nicht um den Menschen zu ersetzen, sondern um ihn zu entlasten. Das betrifft zum Beispiel die automatische Bearbeitung von Anfragen oder die zeitsparende Erstellung von Pflegedokumentationen. Erfahren Sie in diesem Artikel, bei welchen weiteren Use Cases KI für große Arbeitserleichterung sorgt.

Kostenfreies Whitepaper:
„KI-Einführung: Der 7-Punkte-Fahrplan für KMU“
Wenn Sie sich noch genauer über die Einführung von KI informieren möchten, laden Sie sich jetzt unser Whitepaper „KI-Einführung: Der 7-Punkte-Fahrplan für KMU“ herunter.

Praxisbeispiele für den Einsatz von KI
KI bietet eine Vielzahl von spannenden Use Cases für Kirchen und Wohlfahrtsorganisationen:
1. KI im Pfarrbüro und der Gemeindeverwaltung
In der Gemeindeverwaltung kann künstliche Intelligenz viele repetitive Aufgaben automatisieren und die Informationsbeschaffung beschleunigen. Ein Beispiel ist die automatisierte Terminvergabe. KI-gestützte Systeme können Anfragen zu Tauf- und Trauterminen entgegennehmen, Verfügbarkeiten prüfen und den Termin inklusive entsprechender, benötigter Aufgaben gegebenenfalls direkt automatisiert in die entsprechenden Kalender eintragen. Die manuelle Bearbeitung entfällt. Das entlastet stark frequentierte Pfarreien spürbar.

Ein weiterer Use Case ist die digitale Recherche. Viele Kirchengemeinden verfügen über umfangreiche historische Unterlagen, etwa zu Gebäuden, vergangenen Veranstaltungen oder kirchlichen Entscheidungen. Liegen diese Dokumente digital vor oder werden sie zuerst digitalisiert, kann die künstliche Intelligenz ihren vollen Nutzen entfalten. Die KI findet selbst tief verborgene Informationen spielend und kann komplexe Dokumente leicht verständlich zusammenfassen. Auch praktisch: Die KI arbeitet Unterschiede zwischen Versionen heraus, etwa bei Bauakten oder Protokollen.
Sehr spannend ist auch der Einsatz von Chatbots auf der Website oder im Intranet. Diese Assistenten können typische Fragen von Besuchern oder Mitarbeitenden beantworten, zum Beispiel:
- „Wie beantrage ich eine Taufe?“
- „Wer ist Ansprechpartner für die Firmung?“
- „Wo finde ich das Formular für den Förderantrag?“
Durch die Nutzung natürlicher Sprache verbessert KI so die Zugänglichkeit und reduziert Rückfragen per Telefon. Das ist nicht nur graue Theorie: Das Bistum Regensburg hat mit dem Chatbot „Bibo“ bereits eine entsprechende Lösung geschaffen und wurde dafür mit einem Innovationspreis ausgezeichnet.
| Zukunftsweisend? Es gibt bereits Diskussionen, ob Chatbots im kirchlichen Kontext nicht auch weitreichendere Funktionen übernehmen könnten, etwa bei der digitalen Seelsorge oder gar bei der Abnahme der Beichte. So wurde auf dem Evangelischen Kirchentag in Nürnberg erstmals ein KI-Gottesdienst ganz ohne Menschen im Altarraum abgehalten. Solche Entwicklungen mögen auf den ersten Blick beängstigend wirken. Es gibt aber auch Gründe, die für mehr künstliche Intelligenz sprechen. So merkt der Theologe Michael Brendel an, dass KI die Kirchenferne reduzieren könnte, indem Rituale und sprachliche Codes entschärft werden. Das könnte den Grundstein für eine Begegnung mit pastoralen Personen legen. |
2. KI in der Pflege und sozialen Arbeit
In der Pflege und sozialen Arbeit hilft KI dabei, Dokumentationspflichten zu erfüllen und Klienten optimal zu unterstützen. Insbesondere Spracherkennungssysteme bieten große Erleichterungen: Die Pflegekräfte können ihre Beobachtungen und Maßnahmen nach dem Einsatz einfach per Voice-Memo aufzeichnen, statt tippen zu müssen oder zum Stift zu greifen. Die KI strukturiert diese Audionotizen dann und überträgt sie automatisch in die entsprechende Datenbank, zum Beispiel das Pflegeberichtssystem.
Ein weiterer Anwendungsfall ist die Vereinfachung von Texten. Viele Formulare oder Aufklärungsbögen sind sprachlich sehr komplex und für Laien oder Menschen mit kognitiven Einschränkungen nur schwer zu verstehen. KI erstellt hier vereinfachte und inklusive Versionen, sodass betreute Menschen und deren Angehörige am Prozess wirklich teilhaben und Einfluss nehmen können.
Chatbots bieten auch in der Pflege und sozialen Arbeit großes Potenzial, gerade in diakonischen Einrichtungen. Hier informieren sie beispielsweise über Wohnhilfen, Beratungsangebote und Antragsverfahren. Dabei kann leicht zwischen verschiedenen Sprachen gewechselt werden.
| Begründete Skepsis? Viele IT-Entscheider in der Wohlfahrt stehen dem Thema KI noch skeptisch gegenüber. Häufig wird befürchtet, dass so die menschliche Zuwendung leidet. Es gibt aber Projekte, die zeigen, dass KI die menschliche Perspektive sogar stärken kann. So etwa beim Projekt „Lernende Systeme in der Beratung“ des Deutschen Caritasverbandes. Ein Beispiel: In einer Beratungsstelle hat eine Migrationsberaterin das Problem, dass eine Klientin die Kosten für die Zeugnisübersetzung nicht tragen kann. Sie wendet sich nun an das KI-System, das auf Erfahrungen von Beratern in ähnlichen Fällen zurückgreift. Ihr werden außerdem Experten aus dem Caritas-Netzwerk vorgeschlagen, die sie persönlich kontaktieren kann. Die KI unterstützt die menschliche Beraterin also, ersetzt sie aber nicht. |
3. KI in der IT und Technikunterstützung
Auch in kirchlichen Einrichtungen und Wohlfahrtsorganisationen steigt die Bedeutung von IT-Abteilungen, zum Beispiel wenn es um die Bereitstellung von internen Services oder IT-Security geht. KI unterstützt hier auf mehreren Ebenen. Ein naheliegender Anwendungsfall ist der IT-Support. Wiederkehrende Standardfragen (zum Beispiel „Ich kann mich nicht einloggen“) werden von einem KI-Assistenten beantwortet. Das entlastet gerade kleine IT-Teams.
Ein zweiter Anwendungsbereich betrifft die Codeprüfung. Viele Einrichtungen haben kleine Eigenentwicklungen im Einsatz, beispielsweise eine maßgeschneiderte Schnittstelle zur Spendenverwaltung. Schleichen sich hier Fehler ein, könnten Hacker die Spenden abzweigen. KI-Tools sind effektiv darin, entsprechende Quellcodes auf Sicherheitslücken zu überprüfen und Korrekturen vorzunehmen.

Mit KI lassen sich auch leicht interne Dokumentationen erstellen und aktuell halten. Gerade in kirchlichen oder sozialen Einrichtungen, in denen die IT oft nebenbei oder durch wechselndes Personal betreut wird, fehlt es häufig an verbindlichen Prozessen, beispielsweise wie ein neuer Mitarbeiter im Intranet angelegt wird.
KI kann entsprechende Dokumentationen in Rekordzeit generieren. So entsteht Kontinuität auch bei Personalwechsel. Falls nötig, kann die KI auch Dokumentationen vereinfachen. Zum Beispiel könnte die KI eine Version für Admins und eine weitere Version für Ehrenamtliche oder nicht so IT-affine Mitarbeiter erstellen.
4. KI in der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Kirchen und Wohlfahrtsverbände stehen zunehmend unter Druck, professionell zu kommunizieren. Gleichzeitig fehlen oft Zeit und Personal. Hier kann KI gezielt bei der Textproduktion unterstützen. Das betrifft zum Beispiel:
- Website-Texte
- Gemeindebriefe
- Pressemitteilungen
- Social-Media-Posts
- YouTube-Skripte
Dabei kann sich KI sehr gut auf unterschiedliche Zielgruppen einstellen. Sie wird für ein Rundschreiben an den Seniorenkurs eine andere Tonalität wählen als für einen Social-Media-Post über die anstehende Jugendfreizeit.
KI ist aber nicht auf Text beschränkt – auch bei grafischen und anderen medialen Aufgaben unterstützt sie. Mit Programmen wie Midjourney, DALL·E und Adobe Firefly lassen sich leicht passende Bilder und Grafiken für die eigene Kommunikation erstellen. Sogar Video-Untertitel generiert die KI zuverlässig und in verschiedenen Sprachen. So könnte eine kirchliche Einrichtung beispielsweise ein Video für ihren Stand auf dem Kirchentag produzieren, das für Besucher aus verschiedenen Ländern verständlich ist.

| „Dem Herrn ein neues Lied“: KI geht noch weiter – sie kann auch bei der Erstellung von Musik unterstützen. Gerade im kirchlichen Bereich bieten sich hier vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, zum Beispiel im Religionsunterricht, in der Firmvorbereitung oder als Begleitmusik für Andachten. Die Gläubigen können so selbst aktiv werden und an der musikalischen Gestaltung beispielsweise des Gottesdienstes mitwirken. Das ist keine „Zukunftsmusik“: Die Kirchen boten im Juli 2025 bereits ein entsprechendes Online-Seminar an, bei dem die Teilnehmer in einem Wettbewerb neue Kirchenmusik produzierten. Der Gewinner-Song trug den Titel „Dem Herrn ein neues Lied“. |
5. KI als Gedächtnis der Kirche
Kirchen und Wohlfahrtsorganisationen verfügen über umfangreiche Archive:
- Gemeindebriefe
- Bauakten
- Sitzungsprotokolle
- Personalakten
- Historische Korrespondenz
Vieles liegt aktuell nur analog vor oder unstrukturiert als PDF-Sammlung. KI kann dabei helfen, diese Bestände zu erschließen. Das betrifft vor allem die semantische Dokumentensuche über Jahrzehnte hinweg. Mitarbeiter könnten fragen: „Welche Fördermittel wurden 1992 für die Sanierung der Kirche beantragt?“ oder „Wie oft war das Gemeindezentrum zwischen 2006 und 2014 wegen Wasserschäden geschlossen?“
Das hilft dabei, zeitliche Verläufe zu rekonstruieren: Wie hat sich ein Bauprojekt entwickelt? Welche Themen wurden früher im Kirchenvorstand diskutiert? Welche Leitbilder hatten frühere Trägergenerationen? So wird institutionelles Wissen bewahrt, auch beim Weggang langjähriger Mitarbeiter.
| Kirche und Forschung: Wenn Kirchengemeinden ihre Tauf-, Trau- und Sterbebücher digitalisieren und mit KI durchsuchbar machen, entsteht nicht nur ein interner Wissensschatz. Auch Forscher, Genealogen oder Ortschronisten profitieren von diesen Daten. Erste Ansätze dazu existieren bereits. Georg Vogeler von der Universität Graz lotet mit seinem Projekt DiDip (From Digital to Distant Diplomatics) die Möglichkeiten von KI für die digitale Geisteswissenschaft aus. Das Projekt stützt sich auf die Datenbank Monasterium.net, welche viele Hunderttausend mittelalterliche und frühneuzeitliche Urkunden aus kirchlichen und anderen Beständen versammelt. |
Nutzen Sie KI – mit Proact!
Die Einführung von KI ist kein Selbstzweck. Sie muss zum Menschen passen – zu seinen Arbeitsrealitäten, zu seinen Sorgen und Wünschen. Für Kirchen, Wohlfahrten und soziale Arbeit gilt das in besonderem Maße. Hier steht der Mensch im Mittelpunkt, auch im KI-Zeitalter.
Wir bei Proact verstehen das, weil wir seit vielen Jahren Einrichtungen aus dem kirchlichen und sozialen Umfeld begleiten. Wir kennen die besonderen Rahmenbedingungen: Personalmangel, Datenschutz, komplexe föderale Strukturen. Und wir wissen, wie man unter diesen Bedingungen zukunftsfähige IT-Lösungen aufbaut. Denn keine andere Technologie bietet mehr Zukunftspotenzial als KI.
Wir helfen Kirchen und sozialen Einrichtungen bei der Transformation zur KI-gestützten Organisation. Von der Einführung von Generativer KI im Büroalltag, um Barrieren abzubauen und Mitarbeiter abzuholen. Über eine KI-Strategie inkl. konkreter Use Case Erarbeitung und Prozessoptimierungen, um die Geschäftsprozesse effizienter zu gestalten. Bis hin zur Erarbeitung von Datenarchitekturen unter Berücksichtigung von Compliance-Anforderungen. Wir sind Ihr vertrauensvoller Rundum-sorgloser-KI-Partner!
Beispielsweise führen wir gemeinsam mit Ihnen Copilot ein, den KI-Assistenten von Microsoft. So können Verwaltungsmitarbeiter schneller auf E-Mails antworten, Anträge bearbeiten und Berichte verfassen. Auch im Bereich IT-Security arbeiten wir mit KI-Lösungen, beispielsweise unter Verwendung von Microsoft Sentinel (siehe auch unseren Blogartikel „Microsoft Security„). Das SIEM-Tool erkennt verdächtige Zugriffe durch KI-gestützte Bedrohungsanalysen automatisch. Zukunftsweisend sind auch die KI-Netzwerk-Lösungen, die wir gemeinsam mit unserem Partner Juniper realisieren. Hier steuert die künstliche Intelligenz viele Netzwerk-Prozesse selbst aus – zum Beispiel bei Störungen – ohne dass manuelle Eingriffe nötig wären. So können sich Ihre IT-Mitarbeiter auf wichtige Innovationsprojekte konzentrieren.
Das klingt interessant? Dann kontaktieren Sie uns jetzt für ein kostenloses Beratungsgespräch. Wir freuen uns schon, von Ihnen zu hören!

Kostenfreies Whitepaper:
„KI-Einführung: Der 7-Punkte-Fahrplan für KMU“
Wenn Sie sich noch genauer über die Einführung von KI informieren möchten, laden Sie sich jetzt unser Whitepaper „KI-Einführung: Der 7-Punkte-Fahrplan für KMU“ herunter.